wendbar ist wie in England, weil cs zu theucr kommen würde.In England ist das Kochsalz, welches zur Chlorkalkbereitungdient, (S. 63.) sehr häufig und wohlfeil, dagegen sind dieBleich Plätze wegen des hohen Getreidepreises viel theurerals bey uns.
Dessen ungeachtet kann aber doch das Chlor und der Chlor-kalk in der allgemeinen Anwendung auf das Leknwandbleichenin Schlesien von Wichtigkeit werden, nehmlich um der Lein-wand und dem Garn nach der Rasenbleiche noch denjenigenGrad der Weiße zu geben, welche sie nothwendig haben müssen,um auf den Märkten die Concurenz mit der irländischen Lein-wand aushalten zu können. Denn nach dem Urtheil Sachver-ständiger ist irländische Leinwand weißer als schlesische, auchhält jene die Probe mit Actzlauge aus, indeß diese dadurch einenStich ins Gelbe bekommt.
Um der schlesischen Leinwand diese letzte vollkommene Weißezu ertheilen, müßte man dieselbe, wenn die gewöhnliche Natur-bleiche vollendet ist, noch durch ein schwaches Bad von Chlor-kalk oder noch besser Chlorsoda nehmen. Ich habe mich vonder Nützlichkeit und Zweckmäßigkeit dieses Verfahrens durcheigene, vielfältige Versuche überzeugt. Auch kann ich ver-sichern, daß die Kosten dadurch nur um ein sehr Geringes er-höht werden, indem zu diesem Nachbleichen sehr wenig Chlorerforderlich ist.
Man hat den Chlorkalk auch angewandt, um dem Brannt-wein seinen Fuselgeruch zu benehmen. Man nimmt auf10 Quart Branntwein1 Loth Chlorkalk,
reibt den Chlorkalk zu einem feinen Pulver, mischt ihn mit demBranntwein, läßtbcydes, unteröftermUmschüttcln, 20 — 30Stunden in Berührung und zieht dann die klare Flüssigkeit inder Destillirblase ab.
Man erhält so zwar einen fuselfreyen Brandtwcin, alleinderselbe besitzt nun, wenn mannur etwas mehr Chlorkalk nahm,als zur Zerstörung des Fuselgeruchs nothwendig war, einenandern ebenfalls nicht angenehmen Geruch, den ihm der über-