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Alle diese hier aufgezähltcn Anwendungsarten des Chlor-kalks sind aber Nebensache gegen die zum Bleichen der Lein-wand und des Kattuns. Zu diesem Zweck wird er in Englandund Frankreich in ungeheurer Menge gebraucht und vorzüglichseiner umsichtigen Anwendung haben die Kattunfabriken jenerLänder ihr rasches, glänzendes Aufblühen zu danken. Stattdaß wir mit unserer Bleichmethode auf den Sommer beschränktsind, und 6, 8, ja 10 Wochen auf ein Stück Bleichwaarewarten müssen, ehe es die Sonne weiß gemacht hat, machtsich der Engländer seinen Sommer und seinen Sonnenscheinselbst zu jeder Jahreszeit und bleicht sein Stück Kattun in soviel Stunden als wir Wochen.
Die Nachthelle, welche man von der Anwendung des Chlor-kalks, namentlich in Bezug auf die geringere Haltbarkeit desgebleichten Zeugs beobachtet haben will, hatten nicht ihren Grundin einer schädlichen Wirkung des Chlorkalks an und für sich,sondern nur in seiner unrichtigen Anwendung. Manübereilte gewöhnlich die Versuche und beobachtete nicht hinläng-lich das Verhältniß von Chlorkalk und Säure zu dem zu blei-chenden Zeuge.
Beym Bleichen des Kattuns bedient man sich des Chlor-kalks und der Schwefelsäure abwechselnd, indem man den insehr verdünnten Auflösungen von Chlorkalk eingeweichten Kat-tun in einem Bade, das mit Schwefelsäure angesäuert ist, durch-arbeitet, ihn dann wieder in den Chlorkalk bringt und dieß solange wiederholt bis der Kattun die verlangte Weiße hat. Esversteht sich, daß diesem ein Reinigen durch Kochen mit Lau-gen rc. vorangehen muß.
Die Leinwand verträgt keine solche unumschränkte Anwendungder Sckwefelsäure, indem das dadurch freygemachte Chlor zerstö-rend auf die Fascrwirkt. Ueberhaupt muß das Bleichen derselbennicht übereilt, sondern abwechselnd durch Behandeln im Chlor-kalkbade und Auslegen auf dem Bleichplan betrieben werden.
Mit diesem Gegenstand habe ich mich sehr viel in Bezug aufdie schlesischen Leinwandbleichereyen beschäftigt und gefunden,daß das Bleichen mit Chlorkalk hier nicht in dem Umfang an-