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Grundlehren der Chemie für Jedermann : besonders für Aerzte, Apotheker, Landwirthe, Fabrikanten, Gewerbtreibende, und alle Diejenigen, welche in dieser nützlichen Wissenschaft sich gründliche Kenntnisse erwerben wollen
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gemeiner Wirksamkeit auf fast alle Körper. Besonders werdenPflanzen - und Thierkörpcr davon angegriffen und in ihrer Na-tur gänzlich verändert. Was gefärbt ist wird dadurch fa r b-los oder anders gefärbt, Riechbares es mag nun wohl oderübel riechen, wird geruchlos oder erhält einen anderen Ge-ruch u. s. w.

Wegen seiner entfärbenden Eigenschaft dient der Chlor zumBleichen, besonders der Kattune und der Leinwand; hiezu wen-det man aber nicht das Chlorwasser, sondern seine Verbindungmit Kalk oder Soda an, wovon wir gleich reden werden. Manhat sich der bleichenden Eigenschaft des Chlors auchmit Nutzen bedient, um kleine Insekten durchsichtig und dadurchihren innern Bau sichtbar zu machen. Man befestigt nehmlichdas Insekt, welches man zu microscopischen Untersuchungendurchsichtig machen will, an den Kork einer Flasche die zur Hälftemir Chlorwasser gefüllt ist. Nach einigen Tagen zeigt dasThier die erwähnte Veränderung, ohne an seinem Organenbaueine Zerstörung erlitten zu haben.

Das Chlor zerstört auch ansteckende Krankheitsstoffe. Einwenig Pockenmaterie, welche man nur einige Minutenlang, wie obiges Insekt, dem Chlorgas ausgesetzt hatte, zeigtesich nach dem Einimpfen ganz unwirksam, indeß dieselbe Ma-terie, welche man gleichzeitig von dem Kranken genommen, abernicht dem Chlorgas ausgesetzt hatte, beym Einimpfcn ihre volleWirkung offenbarte. Es ist begreiflich, daß auch andere An-steckungsstoffe, z, B. von Krätze, Siphylis, hiedurch unwirk-sam gemacht werden können.

Ja selbst Ansteckungen die sich durch Ausdünstung also durchdie Luft mittheilen, z. B. Nindviehpest, Pest, Hospitalbrand,Lazarcthsieber, setzt das Chlor Gränzen, wenn man damiträuchert, d. h. wenn man die verpestete Luft mit Chlorgas mischt.

Folgende Zusammensetzung ist zu diesem Zweck am anwend-barsten, indem sie das Chlorgas nach und nach langsam aus-haucht, ohne daß man nöthig hat Wärme dabey anzuwen-dcn. Es werden