mit Hülfe derselben Säure hingegen Sauerstoff; dieserbildet mit dem Wasserstoff wieder Wasser und so wird es demChlor möglich, in reiner unvcrmischtcrGestalt zu erscheinen.
Da nun Wasserstoff und Chlor, wenn sie Zusammentreffen,sich verbinden und eine Säure geben, welche man Salzsäurenennt (wie wir später sehen werden) und diese es auch in demobigen Beyspielc ist, welche durch die Einwirkung der Schwe-felsäure aus dem Kochsalz und dem Wasser erzeugt wird, sofolgt daraus, daß man auch aus bloßer Salzsäure ohne Koch-salz mit Hülfe des Braunsteins wird Chlor darstellen können,indem nehmlich in diesem Fall die Salzsäure sich in 2 Thciletheilt; der eine Theil verbindet sich, so wie (S. 65.) dieSchwefelsäure mit dem Manganoxydul des Braunsteins; da-durch wird Sauerstoff abgeschieden, der dem andern Theil Salz-säure seinen Wasserstoff entzieht, so daß nun Chlor übrig bleibt.
Das Chlor unterscheidet sich von allen bisher abgehandel-ten Gasarten (vom Sauerstoffgas, Wasserstoffgas, kohlen-sauren GaS rc.) dadurch, daß es eine Farbe hat, alsosichtbar ist. Ferner durch seine äußerst heftige Wirkungbeym Einathmen, indem es Husten, Schnupfen, ja selbstBlutspepen und Schwindsucht hervorzubringen im Stande ist.
Diese schrecklichen Wirkungen können jedoch den Fabrikan-ten nicht abhalten von diesem Stoffe die Anwendungen zu machen,die seine Eigenschaften zulasscn, zumal ihm die Erfahrungender Chemiker Mittel und Vorrichtungen genug an die Hand ge-ben, sich davor zu schützen. Auch wird das Chlor meistens inVerbindung mit Soda und Kalk angewandt, in welchem Falles für die Lunge nicht mehr belästigend ist.
Das Chlor ist eine Luftart von beträchtlicher Schwere, dennes übertrifft das Gewicht der Luft um fast 2 ^ mal. Dahersinkt cs auch in leeren oder mit Luft gefüllten Flaschen zu Bo-den und fällt beym Umkehren derselben heraus.
Das Chlor ist in Wasser löslich; 2 Maaß Chlorgas wer-den von 1 Maaß Wasser vollkommen eingesogcn. Ein solchesChlorwasscr riecht und schmeckt nach Chlor und ist von un-Grdlehrend, Chemie. 5