2. Laß es fahren auS deinem Sinn, so gut d»kannst; und hat's dich betroffen, so laß dich's nichtdarnieder werfen, noch lange verwickeln. Trage eszum wenigsten mit Geduld, so du es nicht kannsttragen mit Freudigkeit. Und ob du es auch nichtgerne hörest, und dich darüber entrüstest, so ent-halte dich dennoch, und gib nicht zu, daß aus dei-nem Munde gehe ein unziemlich Wort, wodurchdie Kleinen geärgert werden. Bald wird wiederruhen die erregete Bewegung, und besänftiget wer-den der innerliche Schmerz durch die wiederkehren-de Gnade. Ich lebe noch, spricht der Herr, undbin bereit dir zu helfen, und dich mehr zu tröstenalS zuvor, so du mir wirst vertrauen und mich an-dächtig anrufen.
3. Sey gleichmüthiger, und rüste dich zu grös-seren Leiden. Es ist nicht alles vergeblich, so dudich oft findest betrübet und schwer angcfochten.Du bist Mensch, und nicht Gott; du bist Fleischund nicht Engel. Wie könntest du allezeit ver-bleiben in demselben Stande der Tugend, da sol-ches nicht vermochte jener Engel im Himmel, nochder erste Mensch im Paradise? Ich bin's, der ichaufrichte die Traurigen aus ihrer Betrübniß, und