gelt. Es ist ein kleines Licht in uns, und diese-sverkehren wir gar bald durch unsere Nachlässig-keit. Oft nehmen wir auch nicht einmal wahr,daß wir innerlich so blind sind. Oft handeln wirübel, und entschuldigen uns noch übler. Zuweilenwerden wir beweget von der Leidenschaft, und hal-ten es für frommen Eifer. Geringe Fehler tadelnwir an andern, und unsere eigenen größern über-gehen wir. Was wir von andern leiden, empfin-den wir bald genug, und halten es für schwer;wie viel aber andere von uns leiden, nehmen wirnicht wahr. Wer wohl und richtig erwöge seineeigenen Handlungen, der würde andere nicht sostrenge richten.
2. Der innere Mensch setzet die Sorge seinerselbst allen andern Sorgen vor; und wer fleißigachtet auf sich selbst, der schweiget gerne von an-dern. Nimmermehr wirst du werden ein innerer,andächtiger Mensch; es scp denn, daß du von an-dern schweigest, und sonderlich sehest aufdich selbst.Wenn du dein Gemüth gänzlich richtest auf dichselbst und auf Gott, so wird dich wenig bewegen,was du von außen wahrnimmst. Wo bist du,wenn du dir selbst nicht gegenwärtig bist? Und hät-