4. Capitel.
Von einem reinen Gemüth und einfäl-tiger Absicht.
1. Mit zwee» Flügeln wird der Mensch em-por gehoben von allen irdischen Dinge», nämlichmit Einfalt und Lauterkeit. Einfalt soll fern inder Absicht, Lauterkeit in der Neigung. Einfaltzielet auf Gott, Lauterkeit erlanget und genießetihn. Keine gute Handlung wird dich hindern, sodu innerlich frei bist von aller unordentlichen Nei-gung. Wenn du nichts anders bezweckest und su-chest als Gottes Wohlgefallen und deines Näch-sten Nutzen, so wirst du genießen die innere Frei-heit. Wäre dein Herz tugendhaft, so wäre dir alleCreatnr ein Spiegel des Lebens, und ein Buch derheiligen Lehre. Denn es ist keine Creatnr so kleinund schlecht, welche nicht darstellete Gottes Güte.
2. Wärest du innerlich gut und rein, so wür-dest du alle Dinge sehen ohne Hinderniß, und sie wohlverstehen. Ein rein Herz durchdringet den Him-mel und die Hölle. Wie ein jeglicher im Innern