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dm ist, der hat gegen niemand Argwohn; weraber in Unfrieden ist und Unruhe, der wird bewe-get von mancherlei Argwohn: er selbst hat keineRuhe, nnd lasset auch andern keine Nahe. Ersaget oft, was er nicht sagen sollte; und unter-lasset oft, waö ihm am nützlichsten wäre zu thnn.Er achtet fleißig auf daS, was andere zu thunschuldig sind, aber seine eigene Schuldigkeit ver-säumet er. Darum eifere zuvor über dich selbst,alsdann magst du auch mit Recht eifern über dei-nen Nächsten.
2. Du weißt wohl zu entschuldigen deine Hand-lungen , nnd ihnen zu geben einen guten Schein:aber Anderer Entschuldigungen willst du nicht an-nehmcn. Es wäre gerechter, daß du dich beschul-digtest, nnd entschuldigtest deinen Bruder. Willstdu, daß man dich ertrage, so ertrage auch einenAndern. Siehe, wie fern du noch bist von der wah-ren Liebe und Demuth, welche über niemand kannzürnen, oder unwillig werden, denn allein übersich selbst. Es ist nichts Großes mit Frommen undEanfmüthigen umgehen. Das gefällt von Naturallen Menschen; denn ein jeglicher hat gern Frie>den, und liebet am meisten die, so mit ihm eines