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Herzen und Munde! O, daß du nimmer bedürf-test zu essen, zu trinken, oder zu schlafen, sondernimmerdar konntest Gott loben, und nur allein ob-liegen den geistlichen Uebungen und Betrachtungen!Dann wurdest du glückseliger scvn, als jetzt, dadu deinem Fleisch dienen mußt in allerlei Bedürf-nis;. Wollte Gott, daß wir nicht nothig hättendieser leiblichen Bedürfnisse; sondern nur allein derSeelen geistliche Speise, welche wir leider, seltengenug kosten!
10. Wenn ein Mensch dahin kommt, daß er inkeiner Creatur seinen Trost suchet, alsdann erstfängt er an, Gott vollkommen zu empfinden; als-dann ist er auch wohl zufrieden, mit allem, wasihm widerfährt. Dann wird ihn auch nichts Gro-ßes mehr erfreuen, noch etwas Kleines betrüben;sondern er setzet sich mit ganzem Gemüthe undVertrauen in Gott, welcher ihm alles ist in allem;dem nichts vergehet noch stirbt; sondern dem alleDinge leben, und zu dienen bereit find, auf ei-nen Wink.
i l. Gedenke stets an das Ende, und daß dieverlohrene Zeit nicht wiederkehret. Ohne Sorgeund Fleiß wirst du nimmermehr Tugend erlangen.