Druckschrift 
Die Bücher von der Nachfolge Christi
Entstehung
Seite
38
Einzelbild herunterladen
 

38

net worden, nicht folget, mit dem sollst du nichtzanken, sondern es gänzlich Gott anheim stellen,auf daß sein Wille geschehe, und seine Ehre in allenseinen Dienern befördert werde; denn er kann wohlVöseS in Gutes kehren. Bemühe dich geduldig zusenn, in Ertragung mancherlei fremder Fehler undSchwachheiten; weil auch du derselben viele hast,welche andere ertragen müssen. Wenn dir dich nunselbst nicht machen kannst, wie du willst, wie ver-langest du denn andere zu haben nach deinem Gefal-len? Andere wollen wir gern vollkommen haben,unsere eigenen Fehler aber bessern wir nicht.

3. Wir verlangen, daß andere streng gezüchtigetwerden; aber wir selbst wollen nicht gezüchtigetsevn. Uns mißfällt der Andern große Freiheit, unddoch wollen wir nicht, daß man uns versage, waSwir bitten. Wir wollen gern andere durch Gesetzecinschranken; wir selbst aber wollen uns in keinerWeise weiter binden lassen. Dadurch wird alsooffenbar, wie selten wir unser» Nächsten beurthei-len, wie uns selbst. Wären alle vollkommen, washätten wir dann von andern um Gottes willen, zuleiden?

4. Nun aber hat es Gott also geordnet, daß