Druckschrift 
Die Bücher von der Nachfolge Christi
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

30

auch cm besseres thun an dessen Statt: denn dadurchwird das gute Werk nicht zerstöret, sondern inein besseres verwandelt. Ohne Liebe ist ein äußer-lich Werk nichts nütze: was aber aus Liebe geschie-het, wie gering und verachtet cs auch seyn mag,das wird ganz und gar fruchtbar. Denn Gott ste-het mehr an die Geflnnung cineS Menschen, alsdas Werk, was er thut.

2. Der thut viel, der viel liebet; der thut viel,der eine Sache wohl thut; wohl thut der, welchermehr dienet dem gemeinen Nutzen, denn seinemeigenen Willen. Oft scheinet etwas Liebe zu seyn,waS doch vielmehr nur fleischlicher Sinn ist: weildie natürliche Neigung, der eigene Wille, die Hoff-nung der Wiedervergcltung, der Trieb zur Bequem-lichkeit, selten aus dem Spiel bleiben.

3. Wer wahre und vollkommene Liebe hat, dersuchet in keinem Dinge sich selbst, sondern wün-schet nur, daß alles geschehe zur Ehre Gottes. Erneidet auch keinen, weil er keine eigene Freude ver-langet: er will sich nicht in sich selbst freuen; son-dern wünschet in Gott allein, über alle andere Gü-ter, beseliget zu werden. Er schreibet auch niemandetwas Gutes zu, sondern führet alles zurück auf