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3. Je mehr ein Mensch mit sich selbst einigist, und je einfältiger in seinem Innern, destomehr und höhere Dinge wird er ohne Mühe ver-stehen; weil er von oben empfähct das Licht derErkcnntnisi. Ein lauterer, einfältiger und bestän-diger Geist, wird durch viel Geschaffte nicht zer-streuet; weil er alles thut zu GotteS Ehre, und in-nerlich trachtet frei zu sepn von allem eigenen Ge-such. Was hindert und belästiget dich mehr, alsdeines Herzens uugetödtete Begierde? Der from-me und andächtige Mensch ordnet zuvor inwendigdie Werke, die er äußerlich soll vollbringen. Siereisien ihn auch nicht hin zu bösen Begierden, son-dern er lenket sie nach dem Urtheil einer richtigenVernunft. Wer hat wohl einen stärker» Kampf zukämpfen, als der sich selbst zu überwinden trach-tet? Und das sollte unser Geschäfft sevn: uns selbstüberwinden, über uns selbst täglich stärker werdenund im Guten etwas zunchmen.
4. Alle Vollkommenheit in diesem Leben, hatetwas Unvollkommenes an sich, und all' unser For-schen ist mit einiger Dunkelheit umgeben. Eine de-müthige Erkenntnist deiner selbst ist ein gewissererWeg zu Gott, denn tiefes Forschender Wissenschaft.