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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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398
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nerslag, Ostersamstag, Jahrcsschluß u. s. w. muß eineErklärung oder Betrachtung vorangehen, und die auf diese

stcn ein, die zerstörend ausiReligion und Moralität, wie auf den Gewcrb-fleiß der Völker wirkte, so daß seit Gcrsons Zeiten die bittersten Klagendagegen erhoben wurden. Sind diese Feste durch so unedle Gründe ent-standen, so können sie dnrch weit edlere aufgehoben werden. ES wärezu wünschen, daß Rom ein General-Mandat ergehen ließe, worin eSerklärte, cs habe sehr unbillig gehandelt, Leute ans den Mar zu stel-len , Gott einen Hofstaat zu bilden, und es solle ihm in Zukunftseinem allwissenden, und allein recht richtenden Ilrtheile überlassensein, seine Diener zu belohne». MS dem neuen Mcßbuchc müssendie meisten jetzigen Heiligen h era ns gc w o rsen werden. Wozuso viele Marienseste? Vernünftige Seelsorger wissen ja Jahr ausJahr ein nicht,, was sie stets von der überaus dcmüthigen -Mutterdes Herrn preisen sollen. Das Volk ist niemals zufrieden, wen»sie nicht unzählige Mal genannt, recht tüchtig herausgestrichen, undals mächtige Helferin angepriesen wird. Die ersten 300 Jahre kön-nen nichts aufwcisen, was eine Ermunterung zu ihrer Verehrungenthielte. Und obgleich Ambrosius, Hieronymus und Ephi-phanius schon überspannte Begriffe von ihrer Heiligkeit aufstclle»,und im vierten Jabrhunderte die Väter sogar schon näthig haben,den Ausschweifungen des Mariendienstes entgegen zu treten, so konntesic doch in die Gottcsverehrung der Christen, in die Liturgie nochlange nicht eindringen. Die Blutzeugen Christi gewannen ihr de»Vorrang ab. Das leoninischc Sacramentarium begeht die Geburts-tage der Märtyrer, ohne nur den Namen Mariä anzuführen; sowie diesen der B ucherianische Kalender von 355 auch noch nicht kennt.Aber von Jahrhundert zu Jahrhundert steigt mit dem Aberglaubenihre Verehrung; man verwandelt Feste des Herrn in die der Maria,setzt immer neue hinzu, errichtet viele, die bloß ihren Grund invon Mönche» ersonnenen Fabeln und dem Aberglauben haben, undwieder zum Aberglauben führen, so daß vom Mittelalter an dieVerehrung Maria's mit der des Herrn rivalisirt. Schon iVIur-unriZella i'egolata cievorione >Ie Oiu-istiaiii. Voiieclig 1787. p. 214 klagteÜber die Menge solcher Feste. Man hebe daher die vielen Marien-fcste auf, und weihe, wenn cs nöthig, ihrem Andenken jährlich einFest und im Miffalc eine Messe, das ist genug. — Es ist Zeit, daßman zurückkchre zur Einfachheit des Evangeliums und der Urzeitdes Christenthums. Man lese (Winter) Historisch-kritische Ab-