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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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lässigt, der Hang zum Müßiggänge und zur Lüderlichkeitgenährt wird. Man muß bei diesen Wallfahrtszügcn mitgewesen sein, um zu wissen, was sür Ausbrüchen derZügellosigkeit, Unsittlichkeit und Unzucht sich oft auf denNachtherbergen dieses Gesindel überlaßt: die Hoffnung aufAblaß liegt ja so nahe. Noch schlimmer aber ist es, daßdie Verehrung Gottes im Geiste und in der Wahrheit ge-fährdet, der Aberglaube, als sei Gott an einem Orte ge-neigter, als am andern, erzeugt, die Verehrung der Hei-ligen und Mariens auf das überspannteste ausgedehnt,der falsche Wunderglaube genährt, der Pfarrgottesdienstvernachlässigt und die heilsame Wirksamkeit des Bußgeschäftsvernichtet wird. In der That übersteigt die Abgötterei,welche das Volk mit den Gnadcnbildern treibt, allen Glauben.Es fallt vor ihnen auf die Knie, erweiset ihnen alle Zei-chen der Anbetung, nähert sich mit Zittern und Beben,hält sie für belebt, verlobt sich zu ihnen in Krankheitenund Nothfällen und verdankt denselben die Hülfe, wennes besser geworden ist. Man hängt Opfer und Tafelnauf, übernimmt die lächerlichsten Bußübungcn, rutscht umden Altar, oder heilige Stiegen hinunter. Auf dem Anna-berge sieht man zur Buße eine ganze Menge mit ausgesireck-ten Armen und Füßen auf der Erde liegen, einen andernzwar aufrecht, aber mit ausgestreckten Armen stehen, wie-der einen andern sich auf einem Fuße in der Schwebe er-halten, u. s. w. Doch wollte ich die traurigen Tugend-übungen alle erzählen, so käme ich nicht zu Ende*). Um

*) Als ich das erste Mal mit der Processton »ach Wartha zog,mufitc ich, wie alle andere, die das erste Mal dahinzogcn, beim