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selbst khun, was Vernunft und Christenthum gebietet undihr Gewissen von ihnen erheischt, da man von oben her wederHand noch Fuß rührt, um das Chaos der Liturgie zu re-formircn, ja sogar den feurigsten Wünschen hemmend ent-gegen schreitet? Ueberall lebt in biedern Seelsorgern dieSehnsucht nach etwas Bcsscrm. Gott gebe Heil und Se-gen, daß der schön aufkeimcnde Same nicht durch die un-günstigen Einwirkungen der Feinde des Guten unterdrücktwerde. Es bedarf nur eines Aufrufs von Seiten des Lan-dessürsien und seines katholischen Kirchenrathes, und vieleSeelsorger Schlesiens von hoch anstrebendem Geiste, vonWissenschaft und Erfahrung werden Materialen in Mengeliefern, die dann von einer von dem Staate und der Kir-che niedergesetzten Commission zu einem vollkommenen Meß-buch und Rituale geordnet werden könnten. Daß dasMeßbuch und Ritual nach Ablauf eines halben Jahrhun-derts einer Revision unterworfen werden muß, und derUmbildung und Vervollkommnung fähig ist, versteht sichvon selbst. In kurzem würden wir auf diese Art imStande sein, den Römern ihre Liturgie, von der sich schonim voraus der Bischof von Lerida auf dem Tridentcr Con-cil*) wenig Gutes versprach, mit deutscher Frcimüthigkcitzurückzustellen. Für den Grad der Aufklärung der z»Rom herrscht, mag sie immer gut sein, aber für deutschePriester, für die deutsche Nation, .für die Absichten unsererFürsten in Bildung und Erziehung ihrer Völker ist siehöchst unbrauchbar geworden. —
Sarpi Historie dc6 Tridcnter Concils Bd. 6. S. 370 derRambachscheu Ausgabe.