enthalt die schönsten rein-christlichen Gebete auf alle Sonn-und Festtage. Auf diese Art wird der geisttödtende Me-chanismus aus den Kirchen verdrängt, die Andacht erhöht,Frömmigkeit befördert, Belehrung und Erbauung bezweckt;auch würden die herrlichen segensreichen Früchte in kurzemoffenbar werden. — Gott gebe seinen Segen, daß rechtbald unsere Gottesverehrungen eine andere Gestalt an-nehmen! —
tz. 20.
Das Diöcesan-Ritual.
Wir wollen nun die Breslauer katholische Kirchen-agcnde kurz bcnrtheilen, die ganz und gar die Tochter derelenden römischen Liturgie, oder vielmehr sie selbst in ihrerhöchst erbärmlichen Gestalt ist. Das Uitualc Vratislavi-Lnss ucl usunr lkorrwnurrr uccorninocluturn etc. von 1723befindet sich fast in allen Parochiecn, in einigen wenigenhabe ich die Ausgabe von 1794 angetroffen. Schon derTitel aä usunr kboinurnirri etc. gibt ihren Charakter deut-lich an. Man braucht keine riefen Untersuchungen anzu-siellcn, um sich zu überzeugen, daß dieses Werk nicht eineeinzige Forderung, die man an ein liturgisches Buch stel-len muß, erfüllt. Gehalt und Ausdruck sind gleich schlecht.Was sind nicht Taufe, Trauung, letzte Oelung, Begrab-niß für tief eingreifende Handlungen! Wie viel Belehren-des, Erbauendes, Rührendes, Geist und Herz Erhebendes,Tröstendes läßt sich hier nicht sagen! Alles aber im Ri-tuale ist fade, schleppend und abgeschmackt. Alles dieseswird dem Christenvolkc vorgcsagt, und muß ihm vorgcsagt