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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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halten. Jeder entschuldigt seinen Eigennutz: nehme ich da-ZGeld nicht an, so nimmts ein anderer. Welche schreck-liche zerstörende Folgen für die Tugend der Menschheitdiese Meßstipendien beim Volke Hervorbringen, laßt sichkaum sagen! Der gemeine Katholik will sich li'cber mitetlichen Meßstipeudien, als mit dem mühsamen Werke ei-nes thatigen Christenthums den Himmel erkaufen, will seinemoralischen Schulden lieber mit Gelde, als mit der Er-füllung seiner Pflichten und der Besserung seines Herzensbezahlen. Selbst um weltliche Vorthcile zu erreichen,z. B. um seine oder seines Viehes Gesundheit u. s. w.z» echangen, lauft der Katholik, statt die gewöhnlichenHeilmittel, die ihm Gottes weise Vaterhand darbietet, zugebrauchen, zu seind Priestern, die, lachend über dieDummheit des Volkes, ihr Geld ein streichen.Man glaubt den Seelen im Fegefeuer den Weg znmHimmel bahnen zu köune», wenn man recht viele Messenlesen laßt. Man laßt Messen appliciren für die verlassen-sten Seelen im Fegefeuer, bestimmt die Anzahl der Ker-zen, die dabei brennen sollen, und auch die Farbe desMcßkleides. Ja der Aberglaube geht so weit, daß mandie Priester bittet — wie mir es selbst widerfahren ist —>unter der Messe bei der Wandlung aufzupassen, ob dieSeele wird erlöst sein, und dann am Knistern des Lichtes,oder sonst einem geringfügigen Umstande ein Zeichen derErlösung zu bemerken glaubt. Unwissende oder gewissen-lose Priester — übertünchte Gräber — können daran einhöllisches Wohlgefallen haben; redliche Männer abernur im Innern erbeben und Thronen weinen. — Auch