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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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§. 18 .

P r i v a t - M e s s e.

Auch die Privatmesse muß abgeändcrt werden. Inder alteu Kirche war sie viele Jahrhunderte hindurch un-bekannt*). Sie kommt erst vor, als die Frömmigkeit derGläubigen und ihr Eifer, am Abendmahle Theil zu neh-men, abnimmt, die Unwissenheit dagegen und die Bar-barei immer mehr Boden gewinnt. Die unverschämteste,alles Heilige mit Füßen tretende Habsucht und der Eigen-nutz der Priester wirken befördernd ein. Die Privatmeffeist nicht, was sie sein soll, und ihre ganze Einrichtung istnicht dazu geeignet, den wahren moralischen Gottesdienstzu befördern. Alles was in der Messe vorkommt, soll aufTheilnahme des Volks, berechnet sein. Aber das Volknimmt dabei nicht im geringsten Anthcil, wird weder be-lehrt, noch erbaut, und der Priester spricht mit sich selbst.Im Widerspruche mit der Gebctformel:laßt uns beten,"

*) Zn den ersten Zeiten des Christcnthums gab cs in Len Kirchennur Einen Altar, und cs feierte, selbst wenn wegen zu großerMenge Wiederholung geschehen mußte, nur Ein Priester die Abciid-mahlsfcier, die übrige» Bischöfe und Aeltesten hielten mit dem func-tionircndcn gemeinschaftlich das Amt der Messe. Das Volk nahmebenfalls Anthcil an der Messe, indem es mit den Priestern »»dBischöfen sang, betete, aus die Gebete antwortete, die Opfergabe»darbrachte und communlcirtc. Erst der erkaltete Eifer der Gläubi-gen, das Aufkommen der Mönche, Privatfrömniigkeit und die Hab-sucht der Geistlichen führten die Privatmesse ein und mit ihr dieschreiendsten Mißbrauche. Man las aus Habsucht mehrere Messe»an einem Lage und erfand neue Arten von Messen. Wohl lasen ei-nige Bischöfe aus Frömmigkeit dreimal, oder gar wie Leo IU-, sie-ben oder neunmal des Tages Messe. Siche Brenner I. c., dieöffentlichen Gottcsvcrchrungcn u. s. w.