Druckschrift 
Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
Entstehung
Seite
242
Einzelbild herunterladen
 

242

JndifferentismnS, daß man zwar spotten, aber für dieHerbeiführung einer bessern Ankunft nicht Hand aus Werklegen kann? — Ein wenig wollen! wir nur noch das Ein-zelne beleuchten. Auf den ersten Blick sieht man, daßd»ds Meßbuch ei» Erbauungsbuch ohne allen Plan undGeschmack ist, und den Forderungen, die man an einewahrhaft herzerhebende Liturgie machen kann, nicht ent-spricht. Ehemals war die Gestalt der Messe ganz anders,als jetzt. Christus verrichtete, nach der Erzählung derEvangelisten, die heilige Handlung ganz einfach. AmAbende, da Jesus die Trennung von seinen Vertrautenhcranuahen sah, sprach er zu ihnen Worte des Lebend,nahm Brot in seine Hände, segnete es und sprach:„Nehmer hin, das ist mein Leib, der für euch hingcgebenwird." Eben so nahm er auch den Kelch, segnete ihnund reichte ihn seinen Jüngern mit den Worten: „Nehmethin, das ist das Blut, welches für euch und für vielevergossen wird zur Vergebung der Sünden. Dies thntzu meinem Gedächtnis;." Dies sind die wenigen Vorschrif-ten, die uns der Stifter unserer heiligen Religion übersein uns ewig heiliges Vermächtnis;, die Darstellung desvon ihm gehaltenen letzten Mahls, hinterlassen har. Allesübrige in der Meßanstalk ist Ansatz der Menschen und derfolgenden Jahrhunderte*). Mit eben so großer Einfachheitund Würde wiederholten die Apostel und die ersten heili-

*) D>'. Friedrich Brenner, geschichtliche Darstellung derVerrichtung und AuSspcndung der Eucharistie von Christus biöauf unsere Zeilen. Baind. 1624.