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enthält eine Menge von Messen, die sich aufhistorische Jrrthü-inee, oder wohl gar ans falsche, lügenhafte Nachrichtenund Mahrchcn gründen. Besonders fallen auf die Messezum Herzen Jesu"), eine Jesuiten-Andacht,' die de»
Versuche zur Verbesserung der kath. Liturgie. Prüfung desWerrheSund Iluwerthes unserer liturg. Bücher. Landshut t8t4. Werkmei-sters Beiträge. S. 351. Prachers neue Liturgie. S. 32 ff.
*) Thomas Godwin, ein Socinianer in England, hatte dieHerzandacht erfunden. Ihm hatte sie P. Colombiarc, ein Je-suit, abgelernt und nach Frankreich gebracht. Ilm aber nicht dasAnsehen eines Sociniancrs zum Grunde der neuen Andacht zu legen,bediente man sich einer göttlichen Offenbarung, welche die NonneAlcogue Is Lo^ue, cke la Oogue) gehabt haben soll. Auf dieseerdichtete Erscheinung fußend, verlangten die Jesuiten 1697 undzu wiederholten Malen 1726 von Rom ein Fest zum Herzen Jesu.Aber auf den Vortrag des ProSper Lambertini, nachmaligen PapsisBenedict XIV., wurde dieses Gesuch aus den triftigsten Gründen ab-geschlagen. 11c Liuionirot. 8»nct. 1. IV. II. c. 31. Mit wieder-holten Bitten und nach ersonnenen Wundern wendete» sich die Je-suiten aufs neue 1764 an Clemens XIII. Sie erlangte» das Festso, wie cs Christus der Nonne Alcogue gcoffenbart haben soll, d. i.zum fleischerne» Herzen, nicht in verblümter, sondern in der wah-ren Bedeutung eines Lhcils, wie er in sich selbst ist, genommen.Am 6. August 1765 wurde dieser Festtag, doch nicht zu dem flei-schernen, sondern zu dem symbolischen Herzen, eingesetzt. Aber dieJesuiten kümmerten sich nicht drum, und führten eine» neuen After-dieust in die Religion ein. Es erschienen eine Menge gedruckterBücher in allen Sprache» ^ auch Kupferstiche und Medaillen mitHerzen, die mit Dornenkronen, mit cmporsteigenden Flammen, mitdurchbohrenden Schwerte», oder andern symbolischen Figuren bezeich-net waren. Die Jesuiten theilten Scapuliere aus, Tag und Nachtauf der Brust zu tragen, und siebcrvertreibende Zettel zum Eiu-schlucken, errichteten überall Brüderschaften, hielten Passionsmessenund neuntägige Andachten zum Herzen Jesu. Als der Bischof vonPistosa, Scipio de Ricci, 1781 diese Andacht verbot, schlugen sie ei-nen Zettel an die Domkirche an: „Bittet für unfern ketzerischen Bi-schof." Die katholische Kirche hat immer gelehrt, daß der einzigeGegenstand der achten Anbetung der dreieinigc Gott sei. Die Prie-