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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
Entstehung
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der Erbauung eines Volkes liegt mehr, als an der Erhal-tung einer Sprache, selbst wenn diese von den Engeln ge-redet wurde. Zur Erlernung der lateinischen Sprache die-nen ganz andere Mittel, als die gewissenlose Vernichtungder beseligenden Folgen des Gottesdienstes in der Mutter-sprache. Fürwahr unsere Missale, Rituale — ekelhafteAusgeburten barbarischer Jahrhunderte — wird Niemandlesen mögen, um classische Latinitat zu erwerben. Auchfinde ich die Kcnntniß der lateinischen Sprache bei katholischenGeistlichen nicht ssnderlich groß. Es gibt ihrer eine Menge,die nicht einmal das Latein im Meßbuch und Brevier ganzverstehen. Ich kenne recht viele ganz junge Geistliche, diein den geistlichen Stand ausgenommen werden, ohne daßsie sogar ordentlich Latein lesen können, und um die Dog-matik, oder die Ideologin mor-Uis zu verstehen, dasSchellersche Lerikon bei der Hand haben mußten. Diemeisten Geistlichen in der Seelsorge, die gewöhnlich außerihrem Missale und Rituale kein lateinisches Buch in dieHand nehmen, können nicht einen Satz richtig lateinischschreiben, viel weniger geläufig sprechen. Die Protestan-ten halten den Gottesdienst nicht in der lateinischen Spra-che, und doch sprechen und schreiben sie in elegantem La-tein. Der katholische Geistliche soll und muß auch fernernicht nur Latein, sonder» auch Griechisch und Hebräischlernen, keins aber auf Unkosten des Volkes. In der al-ten Kirche muß auch Niemand an die Nothwendigkeit, dielateinische Sprache zu erlernen, gedacht haben. Die Con-cilien im Orient wurden in griechischer Sprache gehalten unddie Verhandlungen in eben dieser Sprache abgefaßt. Viele