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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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Gebete zu verlangen, die wir für sie verrichten, und allerder Venedictionen, die wir im Jahre machen müssen.Würden sie uns nicht znrufen: Ihr Heuchler! Ihr predi-get wider den Aberglauben und treibt ihn in öffentlichenKirchen! Ihr saget uns, daß des Teufels Gewalt durchJesum gebunden sei, und doch beschwöret ihr ihn*)."

6) Die deutsche Sprache wird zur Erbauung des Volkswenig beitragen, sobald es einmal daran gewöhnt ist. DieNeuheit wird anfangs reizen, die Gewohnheit aber densel-ben Mechanismus erzeuge», der jetzt herrscht.

Antw. Daraus würde folgen, daß man lieber ingar keiner Sprache de» Gottesdienst halten solle und cseben so viel wäre, wenn der Priester die in der Liturgievorgeschriebencn Gebete still dachte, ohne ein Wort auszu-sprechen, und nur die Gcbcrden vormachte; denn dasSchreien in der unverständlichen Sprache stört ja noch.Ferner müßten alle deutschen Andachten, die etwa hie undda üblichen Lieder vertilgt und auch das Gebet des Herrnvom Volke nicht verrichtet werden. Auf was für Unsinnverfallen nicht solche Finsterlinge! Daß bei unserm latei-nischen Gottesdienste der seelentödtende Mechanismus alleTheilnahme der Gemeinde abgestumpft hat, ist dies etwazu verwundern, und erlaubt dieses einen Schluß auf das,was bei einem wohleiiigcrichtctcn deutschen Gottesdiensteeintretcn würde? Was soll denn der unwissende Zuhörer

*) Sendschreiben an den Vers, der Schrift: lieber den Entwurfeines neuen katholischen Rituals. Oder soll man jetzt den Cultu»reformiren. V. Bed. Pracher. Ulm 1307.