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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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rmiom'euspicl dem hierarchischen Interesse gemäß geleitet,durch Mönchthum, Fabeln, Wunder, Legenden erlogeneGuadenbilder, Reliquien, Andächteleien, Rosenkranz, Sca-pulier u. s. w. geäffet, und von dem Lesen der Bibel, dieden alten Christen alles war, ausgeschlossen. Als mandie Gemüthcr des abergläubischen Volkes nicht mehr fesselnkann, verwandelt man die christlichen Feste in ärgerlicheFarcen, welche selbst Heiden für eine Entweihung ihrerTempel würden gehalten haben. So feierte man vomzwölften bis fünfzehnten Jahrh. das Narrenftst, als Per-siflage auf die höhere Geistlichkeit, vorzüglich in Deutsch-land und Frankreich. Der niedere Klerus in den Domkir-chen wählte am Weihnachtsfestc einen aus sich zum Bi-schöfe, der dann mit allen bischöflichen Insignien Hochamthielt. Die übrigen Geistlichen nahmen Besitz von denStühlen der Domherrn, und wiederholten mit großem Ge-schrei die Worte des Psalms: „Er hat die Niedrigen er-höht, und die Gewaltigen erniedrigt." Diejenigen, welchedem Bischof am Altäre dienten, warfen Leder von altenSchuhen in das Rauchfaß und ließen dem Bischof denstinkenden Rauch in die Nase gehen. Andere Geistlichetanzten mit verlarvten Gesichtern, oft auch in Weibsklei-dern, oder andern Masken mitten im Chor. Andere aßenWürste in Gegenwart ihres Bischofs, andere spielten mitWürfeln, oder Karten, andere sangen tolle Lieder*). . . .Ein anderes, das Eselsfest, stellte die Flucht Jesu nach

°) Ilurduüi. '1'oin VI. p. 2. 201?.