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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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dienste aufdriugen laßt? Sicht man nicht, daß Rücksichtans das Volk, auf die nothwendigc Anpassung des Got-tesdienstes für die Fassungskräfte der Menschen und dasBestreben, die Gläubigen zu erbauen, das letzte war, wor-an man dachte? Man suchte vielmehr das Volk mit hun-dert geistlichen Spielwerken, mit prunkvolle» Zierathen,mit äußerlichem Glanze, mit Schauspielen, die in denKirchen von den Geistlichen aufgcführt wurden, mit wun-derlhätigcn Bildern und dergleichen Tand zu blenden. —Alle Data über die schreckliche Unwissenheit der Geistlichenzu sammeln, würde zu weit führen. Sie waren öfters desLateins so sehr unkundig, daß sie dieTaufformcl nicht rich-tig aussprachen. Ein Priester in Baiern taufte in no-mine pstra , lilia et Spiritus ssncts. Bonifacius,brachte diese Sache an den Papst Zacharias*). Ste-phan II. urtheilte über einen Geistlichen, der weder dasapostolische Glaubensbekenntniß, noch das Vater Unser,noch die gewöhnlichen Psalmen auswendig konnte, und stießdenselben ins Kloster; dieser hatte sogar selbst nicht einmalgewußt, ob er geweiht war **). Wenn ein Bischof ordi-nirt werden sollte, war es oft nothwendig zu fragen, ober die Evangelien lesen könne. Einige konnten nicht ein-mal schreiben***). Bekannt ist die Anekdote vom h. Mein-werk. Kaiser Heinrich II. bat ihn um eine Seelen-

*) I!c>ni5nc. e^.

8iezilisn. N. Hessens, e. 13.

OonrinF. Reudern. 5Usis)I. 40 , INal-illon de re di'j)I.

1. H. L. 22. 3. Ki iliisvic, 1'. II. ji. 412. 1'. NI. zi. 372.