sic wieder aus ihnen bestehen, so werden sie in Hinsichtauf Veredlung und Bildung der Menschheit, auf gänzlichePflichterfüllung aller Stände, ihre beseligende Wirkungenäußern. Ueber die Beschaffenheit der katholischen Liturgiewerden wir in kurzem urtheilen; wir reden hier vom Ge-sang.
Die Erfahrung aller Zeiten und die Geschichte allerVölker beurkunden den hohen Werth des Gesanges. Bei-nahe jeder Mensch und jedes Volk fühlt Lust zum Ge-sänge. Welchen wohlthätige» Einfluß der Gesang auf dasmenschliche Gemüth hat, wie durch ihn die Trauer gelin-dert, der Schmerz versüßt, die wüthendsten Leidenschaftenbesänftigt, die Freude erhöht, die hochherzigsten Tugendenund die aufopferungsvollste Vaterlandsliebe erzeugt wird,zeigt die Geschichte aller Völker. So finden wir den Ge-sang bei den Wilden. So feierte» die gebildetsten Völkerdes heidnischen Alterthums die Heldenthaten ihrer Nationmit frohen Liedern, und entflammten durch sie die stau-nende Nachwelt zu ähnlichen Großthaten. Gute Volks-lieder, drückt sich der vortreffliche s ' ' ' es
aus, hatten schon in den ältesten Zeiten bei unserer Hel-deimation einen hohen Werth, sie trugen ehemals viel zurMilderung ihrer Sitten bei; ihre Sittenlehren, ihre Ge-setze, ihr Lob der Gottheit, ihr Dank für die Wohlthatendes Himmels, die Heldenthaten und großen Beispiele ih-rer Vorältern waren in Liedern abgefaßt, die bei ihre»gottesdienstlichen Versammlungen, bei ihren Gasimahlenund andern frohen Zusammenkünften abgcsungen, edlesGefühl und frohen Muth verbreiteten. Noch sind ihre