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geistlicher Habsucht ersonnene Mittel, um ohne Sinnes-änderung durch gewisse körperliche Handlungen und äußer-liche Rcligionsgebränche Gottes Gnade und Barmherzig-keit zu erlangen und einstens sich der Gesellschaft der Se-ligen zu erfreuen.
Nicht bloß kauft sich das arme gedruckte Volk, dashungert und durstet »ach der lautern Quelle des Evange-liums, solche abgeschmackte Gebetbücher, die vorzüglich anWallfahrtsorten, öffentlich zur Schau ausgestellt sind, son-dern erhält sie auch von seinen Seelsorgern, vorzüglich zurZeit des Austritts aus der Schule und des Eintritts indie Ehe.
Man muß sich wundern, daß das Volk nicht nochdümmer ist, als es nach seinen Büchern sein sollte, dieso angelegt sind, daß es Gott und Tugend ganz verges-sen, den Verstand verlieren und zum blindesten Heidcnthumhinabsinken sollte. Es scheint, daß nur die Natur unddie landwirthschaftliche Beschäftigung die gänzliche Ab-stumpfung ihres schlichten Menschenverstandes verhindern.Vor allem müssen daher bessere Belehrungs- und Erbau-ungsbücher angeordnet werden, die die christliche Fröm-migkeit nicht im Hcrsagen auswendig gelernter Andachis-formeln, sondern in die Ausübung der Gottes - und Näch-stenliebe setzen, die das Verhalten des Christen in jedemAlter und Verhältnisse richtig und erbaulich schildern, dieden Verstand unterrichten und das Herz mit edlen Gefüh-len erfüllen. — Es gibt bereits eine Menge vortrefflicherGebet und Erbauungsbücher. Das Gesagte gilt meistensin Beziehung auf das gemeine Volk, für welches ein lehr-