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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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alle Verbesserung zeigt, blinde Anhänglichkeit an abergläu-bische Mcinungen und leere Gebräuche beweist. So sindUnglaube und Jndifferentismns, der unter Katholiken weitgroßer ist, als in irgend einer Confession, und Lasterhaf-tigkeit Geburten des blinden Aberglaubens und des schlech-ten Unterrichts in der Religion. Wenn man die Jugendbei Zeiten gewöhnte, alles mit Verstand und Uebcrzengungzu lernen, wenn man ihr nichts sagte, was ihre Fas-sungskräfte ubersteigt, wenn man sie Gott von einerSeite kennen lehrte, von der sie ihn fassen, und folglichauch lieben und anbeten könnte, wenn man ihr dasLiebenswürdige der Religion Jesu und ihren Einfluß aufdie Glückseligkeit der Menschen und das Praktische dersel-ben, wie sie dem Menschen in allen Vorfällen des LebensTrost, Ruhe, Zufriedenheit gewährt, zeigte, und durchBeispiele erläuterte: so würden nicht so viele dem herr-schenden Unglauben huldigen. Während ein Theil auf demWege des Unglaubens cinherschreiten, ein anderer großerTheil auf der breiten Bahn des Aberglaubens und derUnwissenheit, sind unter Katholiken bereits eine Menge vonMenschen dahin gekommen, daß sie zwar theilweisc nochin den Kirchen erscheinen, aber das Mangelhafte, Schlechte,Ungereimte, Mißbräuchliche im katholischen Cultus immermehr kennen lernen, die Geistlichen verachten und für sichauf einsamem Pfade das Helle lebendige Christenthumsuchen*). Daher unter diesen, trotz allen Verboten und Ver-fluchungen, das Lesen der heiligen Schrift immer mehr zu-

*) Sailer, Pastoralthcolegie. München 1812. 1. Thl. S- 66.