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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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zugleich Gebote der Natur, und die zwei Gebote der Na-tur wäre» etwas anders als die Gebote der Liebe! Unddiese vier Gebote, welche Christus für den Inhalt desganzen Gesetzes und für das einzige Erfordcrniß zum ewi-gen Leben erklärt, die zu wissen, ist bloß nützlich! Oihr blinden, oder vielmehr verstockte» Führer eines blindenVolkes! Es herrscht in diesem Katechismus unzweckmäßigeEinrichtung: weder sind die Fassungskräfte der zu Unter-richtenden, noch der innere Werth des Christenthnms ge-hörig berücksichtigt. Der zweite Theil fangt an mit derFrage: „was ist der Glaube? Ein Licht, eine GnadeGottes, vermöge welcher wir alles für wahr halten, wasGott geoffenbart und seine Kirche mis zu glauben vor-gestellt hat." — Genug. Nirgends herrscht Gründlichkeit,wohl aber bemerkt man allenthalben Unordnung, uner-weisliche, ungereimte Behauptungen, schiefe Ausdrücke,Tautologien und Widersprüche. Wozu die Schulfragcn:„Konnte nnS denn sonst niemand erlösen, mußte dennerst der Sohn Gottes werden?" „Konnte denn der SohnGottes nicht als Gott erlösen, ohne daß er erst Menschgeworden wäre?" „Konnte denn kein anderer Mensch oderalle andere Menschen zusammen diese Genngthuung lei-sten?" — Was für anthropomorphistische Grundsätzekommen in Betreff der Begriffe von Sünde, Gerechtigkeit,Genngthuung vor? Wie scholastisch und schwankend ist dieLehre vom Ablaß! — Ans dem heiligen Basilius wirdden Kindern bewiesen, daß wer zehnmal Hurerei getriebenhat, siebzig, und wer fünf Mordthaten begangen hat,hundert Jahre Buße zu thun schuldig ist.