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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
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unentgeltlich verbürgt wird, so wird der Candidat derTheologie der Plage übcrhoben, den Tischtitel bei einemStadt-Magistrate, einem adclichcn oder sonstigen Patronzu erbetteln, und der neu angestellte Geistliche wegen sei-nes standssmäßigen Unterhaltes auf den Fall eines vor derAnstellung zu erleidenden Unglücks außer Sorgen gesetzt.Die ganze Geistlichkeit erringt dadurch große Selbstständig-keit und eine bedeutende Verbesserung.

Diese Titelbettelei hatte der Klerus in der alten Kirchenicht nöthig. Keiner wurde geweiht, wenn er nicht schonein Beneficium, eine Kirche Titulus genannthatte, aus deren Einkünften er seine Unterhaltung zog.Die Weihungen ohne ein bestimmtes Beneficium warenfür nichtig erklärt*). Im zwölften Jahrhunderte aber än-derten unkundige oder gelbsüchtige Bischöfe die Kirchendis-ciplin, weihten für Geld auch unmündige Kinder und inden Tag hinein, ohne ihnen ein Beneficium, eine bestimmteKirche, i. e. tidulrun, anzuweisen. Daher kam die großeMenge Vurgpfaffen. Ganze Schaarcn von Klerikern zo-gen brot- und Herrnlos als Bettler auf allen Straßen um-her, fischten nach Meßstipendien, und richteten das gräu-lichste Aegerniß und den schändlichsten Unfug an, worüberdas 6oncil. ck>srergnenss III. csp. 4. klagt**). In die-ser Zeit wurde der Begriff des Titels, der vorher die Kirchesannnt der Pfründe bezeichnet hatte, geändert.

*) Oone. (lliulceck. e. 6.

Hess. XXI, e. 2. cke relorin. Illiomassin. vet. et nnv. ckisei'^I.L. II. 1. 1 . o. 9. §. 2. Planck, Gesch. d. christlich kirchlichenGesellschaft-Verfassung 4. Bd. 2. Abschnitt. S. 324 et se^.