Druckschrift 
Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
Entstehung
Seite
99
Einzelbild herunterladen
 

99

Allerdings mag das Substitniren eine herrliche Sachesein, nur Schade, dasi cs scheint, man könne nach denLehren eines selbstthakigcn Christenthums nicht einen an-dern um Geld für sich beten lassen, und eben so wenigdurch einen andern den Himmel erwerben.

Ich kann mich, was das letztere betrifft, kaum ent-halten doch bcthcuerc ich ohne Beziehung, den Aus-spruch eines Franziskaner-Mönchs, Conraduö Clin-gius, auS dem 16. Jahrhundert anzuführen, der, wiealle Schriftsteller jener Zeit, die Dummheit und das un-sittliche Leben der Domherrn darstellt, und unter andermspricht: Wie wird cs denen ergehen, welche zufrieden,an hohen Festtagen mit prächtigen Kleidern angckhan, inder Kirche sich sehen zu lassen, das Chor nicht besuchen, Bre-vier nicht beten, Messe nicht lesen, alle übrigen Pflichtendes Menschen, des Lehrers, des Christen hinten ansetzen,ein müßiges und wollüstiges Leben führen. Sie habenalles voll auf. Speis, Trank, Einkünfte, Hausgeräth,Bedienten, Maitresscn u. s. w. Nichts geht ihnen ab, alsein guter Freund, der statt ihrer in die Hölle ginge.Aber den werden sie schwerlich finden, und also wird ih-nen nichts anders übrig bleiben, als in eigener Per-son dahin zu wandern. In locis connnnnib. tlieol.Colon. 1562. I. III- c. 50- p- 327-

S- II.

Undotirte C a p l ä n e.

Drückend ist die Lage der undotirten Caplanc, und diesesind an Zahl die meisten, die in Betreff der Kost und Be-

7 *