Druckschrift 
Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
Entstehung
Seite
69
Einzelbild herunterladen
 

69

,,8u»l," hcißt cs daselbst,ftzpocrllue, Lruttieelli Loclomirse, lhioczuam, l.uIi'c>iiL8, ULijurli, UrrLeronos." Wieviele Stimmen erhoben sich nicht im fünfzehnten Jahr-hundert zu Kostnitz, die auf dem Concil und von der Kan-zel herab das Sittenverderbniß der Geistlichkeit darstellten*)?

Um nur das dankbare Andenken einiger zu erhalten,nenne ich, Bertraud Bacher, Hotter ich Aben-den, Joannes Zacharia Dieterich von Münster,der unter andern in seiner den 16. Februar I4l6 in Kost-nitz öffentlich gehaltenen Predigt von den Bischöfenund Prälaten spricht: es wäre noch erträglich, wenn diefaulen Geistlichen noch zu Schreckmaniichen diente», womitman in den Weinbergen die Vögel verscheucht, nach ihrenLastern könne man sie nur als ein stinkendes Aas ausehen,wodurch die gefräßigen Thiere nur noch herbcigelockt wür-den. Dergleichen Prälaten sollte inan nicht nur als un;nütze Knechte abdauken, sondern als gefährliche Menschenaus ihren Kirchspielen jagen. So sprachen Moritz undStephan von Prag, Röder, Pi lens von Genua,Bernhard Baptisti, Theobald und Andere.

Wie von den römischen Päpsten einer im Hurenbetteerschlagen wurde**), wie andere ein halbes Jahrhundert

*) Man lese die schauderhaften Beschreibungen der Sittenlosigkeitder Klerisei bei v. d. Hardt, die Acten des Kostnißcr Concile,Royko Gesch. d. großen allgem. Kirchenvcrsainmlnng zu Kostnitz.4 Bdc. Wien u. Prag 178285.

**) Johann XII. war ein Wollüstling der ersten Classc. SeinPalast war ein wahres Bordell- Sein ruchloses beben beschloß er inden Umarmungen eines Ehcwcib»s, da ihn der Mann im Bette über-raschte und todt schlug.