ziger tugendhafter Seelsorger, deren Gottlob cö doch nocheine große Menge gibt, viele solcher Altagsmcnschcn auf-wiegt, theils weil manche Thatsachc», so sehr sic sich auchauf Treue und Wahrheit stutzen mögen, weil besser sichin eine Anekdoten-Sammlung schicken. Aber was die ei-gentlichen Cölibatssnnden angeht, so sind diese etwas soGewöhnliches, daß cs das Ansehen hat, als würde dasvon EraSmus geäußerte römische Ariom: Huren isterlaubt, aber nicht zu hei rat Heu, befolgt. Eskann hier zu Lande ein Geistlicher die Unzucht so arg trei-ben, wie er will, und so viel Kinder erzeugen, als er ver-mag, und wäre es noch so stadt- und land-kutidig, sowird ihm dennoch, wenn die Gemeinde nicht wiederholtmir Birten, Klage» und Drohungen die Entfernung einessolchen Geistlichen verlangt, nichts geschehen. Geschiehtauch Letzteres, so wird der Caplan auf eine andere Sta-tion, der Pfarrer aber auf eine Caplanci oder Pfarrad-ministration gesendet, und dazu erhalt Letzterer ans seinerPfarrei, die administrirt wird, noch überdies den Ucbcr-schuß über die dem Administrator abzuzahlendcn Gelder.
Wie sehr harren nicht immer die Pfarrer in der größ-ten Angst und Beklemmung dem künftigen Caplane ent-gegen*)? Es wären viele Beispiele derer aufzuführcn, die
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In Schlesien erfährt erst der Pfarrer, wen er zum Caplanbekommt, wenn dieser schon mit Sack und Pack im Hofe ist. Einhöchst glaubwürdiger, gewissenhafter Pfarrer hat mich versichert,