die Bemerkungen des hochwürdigen Generalvicars von Wes-se n b e r g über die Conferenzprotocollc im Archiv durch Gelehr-samkeit, Scharfsinn und Gründlichkeit, wie durch Feinheitund Humanität aus. — Was unsere Diöces angeht, so istallerdings ein jährlicher Convent in jedem Archiprcsbyterateangeordnet. Allein theils werden sie in sehr vielen Archi-presbyteraten gar nicht gehalten, theils sind sie das nicht,was sie sein sollten. In mehreren wird über gleichgültigeDinge geschwatzt, das vorzüglichste macht das Mittags-mahl aus, das an manchen Orten wahrhaft luxuriös ist *).Schriftliche Aufsätze kommen fast gar nicht vor. DerGeist der brüderlichen Liebe fehlt auch hier. Mancher vonStolz aufgeblasene, von Wissenschaft entblößte Erzpriestergebraucht den Convent, um sich einmal öffentlich als re-
ßons circuli cum zmtsstats zu zeigen. In L.
versammelt der Erzpricstcr gegen 9 Uhr die Geistlichkeit d^SKreises bei sich in seiner Wohnung, läßt vor seinem Hause dieSchuljugend mit Kreuz und Fahnen aufmarschiren, dannden gesammten Klerus, zuerst die Capläne, dann die übri-gen nach dem Ansehen der Parochie sich anreihen, und erselbst beschließt den Zug. Dann gehtS durch die großeKirchpforce unter Pauken und Trompeten in die menschen-leere Kirche. Der Erzpriestcr liest unter Assistenz zweierCapläne ein gesungenes, inirFigiiralmusik begleitetes Hoch-amt, nach dessen Vollendung in derselben Ordnung derRückzug angetreten wird.
*) In einigen Archipresbntcraten wird fürs Essen 1 Lhlr. 8 Gr.,in andern 4 Lhlr. gefordert. I» andern geben die Capläne eine ge-gemafiigte Laxe n. s. w.
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