Druckschrift 
Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
Entstehung
Seite
46
Einzelbild herunterladen
 

46

Erfahrung von Jahrhunderten verleihen, das menschlicheDasein gleichsam ansdehnen, durch welche sie leben mitgroßen Menschen der Vorzeit und vermögen, in die dunkel-ste Nacht der Zukunft zu schauen.

Und dann, warum sollen denn bloß allein den Caplä-nen, warum nicht auch den Pfarrern die Bücher visitirtund die Kataloge abgefordert werden. Ist es bei letztemnicht nothig? Guter Gott! Ich kenne mehrere Archi-presbytcrate, wo auch nicht ein Pfarrer jährlich ein neuestheologisches Buch oder ein theologisches Blatt liest.

Wohl aber gibts viele Pfarrer, die vom frühen Mor-gen bis auf den Abend ans dem Acker, in den StällenHerumrasen, mitunter Mist laden, vor der Messe mit demKnechte in den Wald nach Holz fahren Handel trei-ben selbst auf dem Markte erscheinen, hinter ihre Kö-chin sich stellen und mit den Käufern handeln. EinigePfarrer lesen nicht einmal die Zeitung, sondern nur dieAmtsblätter. Andere treiben sich in belletristischem Wüsteherum, um bei den Theegesellschaften der unterhaltungs-süchtigen Welt etwas vornehm seicht vorschwatzen zu kön-nen*). In einigen Archipresbyteraten findet man nur dieelende, aller gesunden Vernunft und dem ältesten Christen-thum trotzende Zeitschrift des Katholiken. Von oben hersollte den Klerus zu lesen empfohlen werden: die Jahres-schrift für Theologie und Kirchenrccht der Katholiken, i.6. Bd. Ulm 1806 24, jeder Band hat 3 Hefte; Archiv

*) Zu dieser Beschreibung könnte ich die Originale zahlreich an-sühren.