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Die katholische Kirche Schlesiens : nebst einem Anh., enth. einige Wünsche eines vieljährigen Seelsorgers
Entstehung
Seite
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des vernachlässigten Breviers genügt zn einer Todsünde?Derjenige, welcher entspricht einer kleinern Abtheilung, ei-ner Tertia, Serta, Nona" u. s. w., denn das ist schonein bedeutender Thcil. — Genug! — Die äußere Dar-stellung der Religion und die Verwaltung ihrer Geheimnissebesieht im bloßen Abrichten zu den Formen des Kirchcn-dienstes, die mechanisch betrieben, schon so frühzeitig ander Pforte des Heiligthums den Jüngling zur Maschinemachen. Die ganze Anleitung zur Pädagogik und der Ka-techisirkunst besteht darin, daß der Alumnus ein paarSonntage im Jahre hindurch die Domschule besucht undden daselbst katechisirenden Lehrer anhört. — Die Anleitungzur geistlichen Beredsamkeit beschränkt sich darauf, daßein Alumnus, wie ihn die Reihe trifft, am Sonnabendim Refectorium, während die andern speisen, eine Pre-digt vorträgt, die er dann den Sonntag in der Kreuz-kirche beim Frühgottesdiensie hält*). Vibelstudium undAnweisung zur Geschäftsroutine sind gar nicht bekannt.Die übrigen wissenschaftlichen Forderungen, die hoch erleuch-tete Männer an Seminarien stellen, durchzugehen, wärevergebliche Mühe. — Statt den Geist der Andacht inden Zöglingen zu erwecken, und wenn ein Gebetbuch be-fohlen sein muß, das deutsche Brevier ihnen in die Händezu geben, werden sie augehalten zu dem Abbeten des ab-geschmackten lateinischen Breviers und des I?roxrium, wel-ches jenem an Elendigkeit und Fabeln nichts nachgibt.

*) Ob so eine Predigt vernünftig, selbst gearbeitet, oder abge-schrieben, ob die Action gut sei, wird nicht beurtheilt- —