die christliche Religion für die herrschende erklärte, auf dieKlcresei das Ansehn, die Macht und den Reichthum derheidnischen Priester übertrug und den äußern Gottesdienstmit Pracht umgab, einzelne Bischöfe an Stolz und Ehr-geiz und beherrschten die übrigen. Das erste allgemeineConcilium bestätigte bereits dem Bischof von Rom, demfrühzeitig die Begierde nach Macht und Ansehen angewan-delt und der schon bedeutende Schritte zur nachmaligenOberherrschaft gethan hatte, den ersten Rang unter denPatriarchen. Von nun an unterließen die römischen Bi-schöfe nichts, ihre Macht weiter auSzubreiten. Mehrereunternehmende Päpste saßen nach einander auf dem römi-schen Throne, welche die Zeitumstände zu benutzen wußten:Jnnvcen; I-, Honorius I., Syricius u. s. w. Die allge-meine Finsterniß, die im Occidente durch die Völkerwande-rung verursacht wurde, die Unwissenheit der Bischöfe, diesich in ihren Zweifeln nach Rom wenden und die ganzeKirchcnordnung und den gesammten Gottesdienst nach rö-mischen Mustern einrichtcn mußten, wirkten begünstigend ein.Bald nahmen gedrückte schwächere Kirchenvorstehcr, die mit ih-ren Nachbarbischöfen Händel hatten, oder auf Provincial-concilien angeklagt waren, nach Rom ihre Zuflucht, undRom begünstigte diese Appellationen, weil es dadurch seineOberherrschaft erweiterte und jene durch die Gewohnheitden Charakter der Gesetzlichkeit annahmen. Mehrere Bi-schöfe, deren Absicht es war, nicht ihre Gläubigen zu er-bauen und aufznklärcn, sondern an äußerlichem Glanz,Reichthum und Vorzügen ihrer besonder» Sprengel zu ge-winnen, zeichneten sich durch kriechende Schmeichelei, blinde
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