Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
348
Einzelbild herunterladen
 

348

In minder häufigen Fällen wird an geglühten Sandstei-nen Färbung oder vielmehr Farben-Zeichnungbeobachtet. Das Mannichfaltige dieser Erscheinung solltenicht befremden, da die Felsart, auch im unverändertenZustande, hinsichtlich ihrer Farben keineswegs überall gleichist. Das wechselweise Auftreten rother, gelber und weisserNuanzen, das bunte Gemenge, in welchem diese verschie-denen, von den Schichtungs-Verhältnissen oft ganz unabhängi-gen , Schattirungen mitunter in einer und derselben Gebirgs-Masse sich finden, ist man wohl berechtigt bei umgewandel-ten Sandsteinen nicht immer o-anz verschwunden zu sehen.

O

Demungeaehtet waren die Meinungen sehr getheilt darüber,wie es eigentlich mit jenem Phänomen beschaffen sey.

Wir wenden uns zuerst zu einer der einfachsten Tliat-sachen, wo schwarze oder richtiger tief dunkelblaue Streifenauf lichtem Grunde erscheinen. Solche Streifen und Bänder,wenig glänzend, öfter matt, stellenweise in den Sandsteinwie verflösst, riefen allerdings das Aussehen hervor, als seyBasaltisches in die Felsmasse eingedrungen. Aber wie er-klärt sich die Streifen-artige Abtheilung, dieses, beim Ge-rade- und beim Krumm-Linigen stets ziemlich regelvoll Paral-lelen ? Und durch künstliche Glüht umgewandelte Sandsteinezeigen, obwohl nicht häufig, die nämlichen Erscheinungen,ohne dass sie mit Basalten in Berührung gewesen. AndereGeognosten sahen die Streifung an als vorzüglich bedingt durchdas Schmelzen der Glimmer-Blättchen, welche einzelne Sand-stein-Lagen in Menge zu umschliessen pflegen eine Annah-me , die ebenfalls wenig befriedigend seyn dürfte. DieFärbung, von der die Rede, scheint vielmehr von sehr we-nigem Magneteisen herzurühren, das durch die hohe Tem-peratur gebildet worden, während die grösste Menge desEisen-Gehaltes sich mit den Bestandtheilen des Sandsteines

kommen an mehreren Stellen um Heidelberg haben wir an andernOrten gehandelt.