— 245
nislrtes Erzeugnis galt, wendete ich mich mit der Bitte umAufklärung an Aoeggeratii. Die Entscheidung des werthenFreundes fiel dahin aus, dass man beim Entstehen jenesMinerals, oder vielmehr bei dessen Umbildung nicht an dasMitwirken basaltischer Glüht zu glauben habe *.
„Sie wünschen von mir eine möglichst umfassende Auskunft überdas Vorkommen des Mennigs bei Bleialf, namentlich in wie fernsein Erscheinen mit basaltischen Gebilden in Verbindung steht. Inder leztern Beziehung bemerke ich vor Allem; dass Bleialf, im KreisePrüm, Regierungs- Bezirk Trier, wenigstens drei Meilen von dennächsten vulkanischen Punkten der Eifeier Kegel-Berggruppe liegt,also an eine Verbindung im dortigen Vorkommen des Mennigs mitBasalten, Laven u. dgl. gar nicht gedacht werden kann. Zu Bleialfbestand in frühem Zeiten der wichtigste Bergbau des Kur - Trieri-schen Landes. Er wurde auf mächtigen Quarz - Gängen, welcheBleiglanz führten, getrieben. Die Gänge sezzen im Thonschiefer-und Grauwacke - Gebirge auf. Ein schwächerer Betrieb der jeztganz auflässigen Gruben fällt noch in meine Verwaltungs-Zeit; ichhabe damals die Werke oft befahren , aber in den Gruben niemalsMennig gesehen. Derselbe hat sich nur, wie ich im „Gebirge inRheinland-Westphalen“, III. S. 287 ff. anführte, in den dortigengrossen alten Halden gefunden. Nach den Stücken, die mir vorlie-gen, zeigt sich der Mennig in 1, 2, 3 Linien breiten Parthieen undSchnüren in einem verworren schieferigen und mit zerfressenemoder krystallisirtem Quarze verwachsenen Thonschiefer, der entwe-der aus dem Gange selbst oder von dessen unmittelbarem Neben-Gestein herrühren wird. Steininger hat nach der eben gedachtenAnführung den Mennig etwas Schwefel-haltig und in der Würfel-Gestalt des Bleiglanzcs getroffen. Deutliche Spuren von Feuer-Einwirkung sind an den den Mennig begleitenden Gesteinen nichtzu bemerken, denn dass einige Exemplare von Eisenoxyd etwasroth gefärbt sind, kann dafür nicht als ein gültiger Beweis gelten.Seitdem ich aber, bei der gegenwärtigen Veranlassung, in unsermUniversitäts-Museum die darin vorhandenen ausgezeichneten Stückedes Mennigs von Brilon im Herzogthum Westphalen (welcher nachIhrem Handb. der Oryktognosie, 2. Ausg. S. 560. eingesprengt inGalmei Vorkommen soll) genau untersucht und gefunden habe, dassdiese offenbar das Produkt einer künstlichen Feuer-Einwirkung sind,bin ich überhaupt über das Vorhandenscyn eines natürlichen Men-nigs zweifelhafter geworden. Bei den mir vorliegenden BrilonerMeunigstiicken kann keine Verwechselung vorgegangen seyn, denn