404
gewöhnlichen Flammen, welche auf Entbindung von Kohlcnstoffgasund Wasscrstoffgas beruhen, wogegen die Flamme des Schwefelsgar nicht, und die Flamme des Phosphors als die negative Electci-citat unipolar leitend erschien. Eben so ist auch die Seife eine dienegative Electricität unipolar leitende Substanz.
Zu diesen Versuchen Ermans hat kürzlich Ohm einigeneue hinzugcfügt, die eine Aufklärung des Nathselhaften in jenenzu gewahren scheinen. Ohm fand nämlich, daß auch die conccn-trirte Schwefelsäure negativ unipolar leite, daß dies aber nur dannvollkommen deutlich statt finde, wenn der vom positiven Polekommende Drath aus Messing oder Zink besteht, wogegen einGold - oder Platindrath am positiven Pole die unipolare Wirkungaufhcbt. (Einige andre Metalle geben nicht so entschiedene Er-folge.) Den Grund von dieser Unipolarität fand Ohm darin,daß sich am Zink und Messing in der Schwefelsäure ein harterUeberzug am positiven Dcathe bildet, der sehr schnell die Leitungan dieser Seite aufhebt, und ähnlichen Umständen schreibt er auchdie bei der Seife und bei den Flammen beobachteten Erscheinungenzu, wodurch, wenn sich diese Meinung bestätigt findet, das Näthsel-haftc größten Theils wcgsicle.
Brande hat diese unipolaren Erscheinungen mit den frü-her *) erwähnten Beobachtungen an Flammen in Verbindung ge-setzt, und allerdings schließt sich der von Erman beobachtete Ge-gensatz der Wirkungen der Alcoholflamme und der Phosphorflammean jene an; aber eine Erklärung, wie Brande sie versucht,scheint sich daraus nicht herleiten zu lassen.
Elektrochemische Bewegungen in leitenden Flüssig-keiten.
Ich muß zum Schlüsse der Untersuchungen über die galva-nischen Erscheinungen hier noch ein von Erman schon bemerktes,von Herschel, Nobili, Pfaff und andern weiter untersuch-tes Phänomen erwähnen, das noch nicht erklärt ist, und das, beider Ungewißheit, die über die eigentliche Natur desselben statt findet,hier seinen Platz finden mag.
) Am Ende der 22. Borl.