Zwei und zwanzigste Vorlesung.
In der Reihe neuer Entdeckungen, m. h. H., zu welchenVolta's Säule Veranlassung gegeben hat, nehmen diejenigen,welche die chemischen Wirkungen betreffen, einen vorzüglichen Platzein, und so wie wir es neulich sehr belehrend fanden, Volta beijedem einzelnen Fortschritte seiner Entdeckungen zu folgen, so wer»den wir hier vorzüglich Davy's philosophischen Sinn in derWahl des richtigen Weges zu neuen Entdeckungen zu bewundernGelegenheit haben.
Wasserzersehung durch die voltaische Säule.
Doch nicht Davy, sondern Carlisle und Nicholsonwaren die ersten, welche eine chemische Wirkung der Säule wahr-nahmen, und die ersten Untersuchungen darüber anstcllten. Siebemerkten in einem auf der letzten positiven Platte der Säule lie-genden Waffectropfen ein Entstehen von Bläschen, als der dieSchließung der Säule bewirkende Drath den Wassertropfen be-rührte ; die damals schon lange bekannte Erfahrung von der bei somanchen Veranlassungen statt findenden Wasserzersetzung schienihnen die Erklärung der Erscheinung darzubieten, die auch bald infernem Versuchen ihre völlige Bestätigung fand. Um diese Wasser-zersctzung und eben so andre chemische Wirkungen in Flüssigkeitenhervorzubringen, bedient man sich oft nur der einfachen GlasröhreLI?, (I?iZ. IH-), in welcher die Spitzen der von beiden Polen derSäule herkommenden Schließungsdräthe H.8, 611, einander ineiner mäßigen Entfernung gegenüber stehen; indem hier die durchdie Dräthe zugeleiteten electrischen Ströme zwischen I!, I), durchdie flüssige Materie gehen, bringen sie auf diese die chemischen Wir-kungen hervor, die den Umstanden nach statt finden können. Be-findet sich reines Wasser in der Röhre und sind es Platin- oderGolddräthe, die sich im Wasser gegenüber stehen, so gehen an bei-den Drathspitzen Bläschen hervor; ist der zum positiven Pole der