SiebenzehnLe Vorlesung.
Der Condensator.
Von den Mitteln, die Electricität mächtig zu verstärken, mitwelchen ich Sic, H.H., neulich unterhielt, gehe ich jetzt zu Mit-teln über, um sehr geringe Spuren von Electricität zu beobachten.Diese Mittel hängen genau von denselben Principien ab, die wirneulich betrachtet haben. Der im Jahre 1783 von Voltaerfundene Condensator hat seinen Namen daher, weil er dieElectricitat, die aus einen« schwach geladenen Körper zufließt, ver-dichtet und dadurch merklicher macht.
Die beste Art, den Condensator anzuordnen, ist die, daß manzwei Platten Hü, 61), (l-'jg. 82.), deren eine Hü auf der isoli-rcnden Unterlage 1Ü1-' ruhet, vollkommen eben, so daß sie sich genauan einander anschließen, abschlcift, und dann mit einer sehr dün-nen Schichte eines nicht leitenden Firnisses an einer Seite glattüberzieht. Hü ist an der oberen, 61) an der unteren Seite mitdiesem Firniß sehr dünne und gleichförmig überzogen; 011 ist einisolirendes Stäbchen, um die Platte auf Hü aufzusetzen oder abzu-heben. An Hü sind die mit leitenden Fäden befestigten Kugeln,1 angebracht, die sich abstoßen, wenn in Hü eine frei wirkendeLadung ist.
Will man den Condensator anwenden, so geschieht dies immernur da, wo die gewöhnlichen Electromeler keine Spur oder schwacheSpuren von Electricität zeigen. Man seht nun die obere Platte61) auf Hü, und bringt den Leiter, in welchem man einigeElectricität vermuthet, mit der unteren, nicht mit Firniß über-zogenen Seite der Platte H ü in Berührung. Während er so anHü anliegt, berührt man die obere Seite der Platte 61) mitdem Finger, und läßt eine kurze Seit lang die Einwirkung, welcheso statt findet, sortdaucrn. Alsdann zieht man sowohl die Electri-citätsquclle, als den Finger, weg, und hebt die Platte 61) andem rsolircnden Handgriffe aus; sobald das geschieht, gehen die