252
theoretisch untersucht, und seine scharfsinnigen Betrachtungen verdie-nen uin so mehr, daß ich einen Augenblick dabei verweile, da sie dochzu einigen durch Erfahrungen bestätigten Zahlen - Angaben geführthaben, und da sic die Grundlagen zu mehreren Bestimmungen ent-halten, die nur wegen der Schwierigkeiten der Rechnung noch nichtin genauen Zahlen haben entwickelt werden können.
Theoretische Untersuchungen über das Gleichgewicht
der Electricitar an der Oberfläche derzeit er,
Wenn ein Leiter mehr Electricität der einen Art erhält, alsihm im natürlichen Zustande zukömmt: so bcgicbt sich diese aufdie Oberfläche des Leiters, und dies scheint so zu geschehen, als obder Leiter der Bewegung der elektrischen Materie gar keinen Wi-derstand entgegensetzte. So viel wir urtheilcn können, bildet dieseals Ladung hervortretende elektrische Materie eine sehr dünneSchichte auf der Oberfläche, und es laßt sich leicht einsehen, daßdiese Schichte nicht allemal in allen Thcilcn der Oberfläche gleichdick sein wird, sondern diejenige Gestalt annehmen muß, welcheuöthig ist, damit irgend ein Punct im Innern nach allen Seitengleich angezogen werde. Denn, wenn im Innern des Körpers,wo sich unzcrsetzte Electricität (aus der Verbindung beider Ma-terien) ruhend befindet, irgend ein Punkt A eine Anziehung fürdie positive, eine Abstoßung für die negative Materie nach bestimm-ter Richtung Al! litte, (kig. 64) so würde etwas mehr positiveElectricität nach I! zu gehen, und etwas mehr negative zurücktreten, und dies würde statt finden, bis die Anziehung gegen dieeine und die Abstoßung gegen die andre Materie nach allen Seitengleich ist, für alle Puncte im Innern des Körpers. Sie habenschon in den frühern Vorlesungen gesehen, daß eine Kugelschichte,die außen und innen von concentrischen Kugelflächen begrenzt ist,auf einen Punct im Innern der umschlossenen Kugel gar keineAnziehung ausübt, wenn die Kraft der Anziehung umgekehrt demQuadrate der Entfernungen proportional ist *), und folglich erfüllteine solche Schichte positiv-elektrischer Materie, die eine Kugelconccntrisch umgicbt, die Bedingungen des Gleichgewichtes. Die
I. Lhcil S. 86.