Sch Iuß dem erku ngen über die Theorie der Wärme.
Die bisher mitgethcilten Erfahrungen enthalten die wichtig-sten Erscheinungen, welche die Warme uns zeigt, und sie solltennun billig uns zu entscheidenden Bestimmungen über die Naturder Grund - Ursache der Warme führen. Wie weit wir aber vonder Kenntniß dieser noch entfernt sind, das habe ich schon mehr-mals bemerkt, und muß auch hier dies Vekennlniß wiederholen.Die meisten Erscheinungen lassen die Erklärung zu, daß der Wärme-stoff ein für unsre Abwägungen nicht merkbares Fluidum ist, dasseiner Elasticitat wegen sich überallhin, wo die Temperatur geringerist, ergießt. Vermöge seiner Elasticitat dehnt cs die Körper aus,und die schon erhitzten Körper dehnen sich bei gleichen Acnderungcnder Temperatur mehr aus, als die minder erhitzten, weil die gegen-seitige Anziehung der Körpcrtheilchen sich der Ausdehnung wenigerwidersetzt, wenn sie weiter aus einander gerückt sind. Findet derWärmcstoff einen Abfluß in einen kältcrn Körper, so vermindertsich das Volumen des nun abkühlcndcn Körpers, weil die gegen-seitige Attraction der Körpcrtheilchen diese wieder ungehindert näheran einander bringt. Sic haben gesehen, daß das Abmessen derWärmemenge, die von einem Körper zum andern übergeht, dasAbmcsscn der Wärme beim Schmelzen des Eises u. s. w., sichganz gut diesen Ansichten angemessen zeigte; aber ich habe Ihnenauch nicht verhehlt, daß diese Ansicht — und ebenso jede andre —nicht ohne Schwierigkeit ist.
Und so wenig als wir hier zu einem Grade von Gewißheitgelangt sind, eben so wenig können wir uns dessen in Beziehungauf den Zusammenhang zwischen Licht und Wärme rühmen.Licht und Warme befolgen bei der Strahlung so sehr übereinstim-mende Gesetze, aber sind im Durchgänge durch andre Körper dochso sehr verschieden. Die Zurückwerfung geschieht fast nach gleichenGesetzen, aber bei dem Eindringen des Lichts in die undurchsichti-gen Körper geht dieses, so scheint es uns, ganz verloren, währenddie Wärme hier gerade die bedeutendste Wirkung zeigt. BeimDurchgänge durch durchsichtige Körper geht das Licht beinahe un-geschwacht durch, statt daß die Wärme fast ganz zum Erwärmendes Körpers verwandt wird. Da wo Licht und Wärme hervor: