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3 (1832)
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Zwölfte Vorlesung.

Flammen. Lampen - Erleuchtung.

Noch merkwürdigere Betrachtungen als die Erwarmung durchdas Feuer bietet die Flamme uns dar. Die meisten verbrennlichenKörper, welche mit Flamme brennen, geben bei der zerstörendenDestillation Lust-Arten, welche Wasserstoff und Kohlenstoff ent-halten, und die Entzündung dieser Luft-Arten bringt die Flammehervor *). Nachdem nämlich bei unfern gewöhnlichen Lichterndurch eine fremde Erhitzung das Wachs oder der Talg im Dochtezum Brennen gebracht ist, reicht diese Hitze hin, um die benachbar-ten Thcilc zu schmelzen; sie ziehen sich nun in dem Dochte herauf,kommen hier in die völlige Gluth der Flamme, wodurch sie zersetztund selbst in Brand gesetzt werden, und damit ist die Dauer desProzesses gesichert. Nur wenn durch starke Abkühlung, am ge-wöhnlichsten durch einen starken Luftzug, die Erhitzung unterbro-chen wird, erlischt das Licht, und hier findet man wieder, daß eineWachslichtflamme leichter als eine ebenso große und ganz gleicheTalglichtflamme und viel leichter als eine Schwefelflamme auszu-blasen ist, weil die letztere bei sehr geringer Warme fortbrennt.Die noch matt brennende Flamme eines eben angczündctcn Lichteskann sogar durch bloße Annäherung eines sehr kalten Körpersgetödtct werden, weil sie so wenig Warme entwickelt, daß der ganzeBcrbrcnnungsproccß durch die mindeste Entziehung von Warmeaufgehoben werden kann.

Die Flamme brennt nur da, wo sie mit der atmosphärischenLuft in Berührung ist, so daß sie nur einen dünnen leuchtendenMantel um den inncrn, zwar sehr erhitzten, aber doch kein Ver-brennen darbietenden, Raum bildet. Man sieht dies, wenn man

*) Von allen Flammen gilt dies nicht. Schwefel z. B. bringtim Brenne» Schwefelsäure, durch die Verbindung des Schwefels mitdem Sauerstoffe, hervor.