Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
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den berührenden Thcilen meiner Hand gestattet, daß die, lange Zeitdurch gleich lebhaft unterhaltene, Mitlheilung der Warme des heißenKörpers mir die unangenehme Empfindung des Brennens, die zer-störende Wirkung auf die Haut, hecvorbcingt; dem Holze dagegenentreißt meine Hand zwar in den Punccen, wo die Berührungunmittelbar statt findet, ebensowohl die Warme, aber die so aufdie berührenden Lhcilc der Haut übergehende Wärmemenge ist zugeringe, und der aus den entferntem Thcilen des Holzes zuströmcndcVorrat!) von Warme ist zu unbedeutend, um jene nachtbciligc Ein-wirkung auf die Haut hcrvorzubrmgcn. Darum versehen wir me-tallene Gefäße, die wir erhitzt tragen oder sonst behandeln wollen,mit hölzernen Handgriffen oder umwickeln die metallenen Hand-griffe mit Holzspäncn, oder legen cm Tuch oder Papier dazwischen.

Auf ganz ähnliche Art verhalt cs sich mit kalten Körpern.Wenn in sehr kalten Tagen Wollenzeug, Holz, Silber, nebeneinander sehr lange der Kalte ausgcsetzt gewesen sind, so haben siegewiß einerlei Temperatur erlangt, und ein mir jedem von ihnen inenge Berührung gebrachtes Thermometer zeigt uns auch dieseGleichheit; aber dennoch fühlt sich das Silber sehr kalt an, stattdaß das Holz und vollends die Wolle uns gar nicht so sehr unan-genehm ist- Auch hier ist dies die Wirrung der ungleichen Leitungder Wärme, indem das Silber die meiner Hand entzogene Warmeziemlich schnell zur Erwärmung der ganzen Masse verwendet, stattdaß bei dem Holze und noch mehr bei der Wolle eine sehr langeZeit vergeht, ehe die entfernteren Theilc etwas von der Warmezugesühct bekommen, die meiner Hand entrissen wird. Man kannan sehr kalten Tagen ein Experiment machen, welches einigermaßengradweise die ungleiche Warmeleitung nachweiset. Es ist bekannt,daß, wenn man an recht kalten Tagen ein-Metall, das sich langean einem kalten Orte befunden hat, mit nassen Händen berührt,die Hand anklcbt, eigentlich anfriert; dies geschieht schon bei ziem-lich mäßiger Kälte am Silber, dagegen fordert Zinn größere, Eisenund vollends Messing noch größere Kälte, weil die letzteren Metallenicht so gute Leiter der Wärme sind, als die erstem.

Um regelmäßige Versuche über die Warmeleitung fester Kör-per anzustellen, tauchte Jngenhouß Stäbe aus verschiedenenMetallen, die mit erhärtetem Wachs überzogen waren, in eine