Die Abmessung der Ausdehnung fester Körper Hut zwar inder wirklichen Ausführung bedeutende Schwierigkeiten, aber dieAngabe der Mittel zur Bestimmung dieser Ausdehnung ist sehreinfach. Man bringt den Stab, dessen Ausdehnung gemessenwerden soll, am liebsten so an, daß er mit einer Flüssigkeit über-gossen werde, welcher man die bestimmte Warme ertheilt,. damitso der ganze Stab möglichst gleichförmig durchwärmt werde; manlaßt ferner das eine Ende des Stabes sich an einen unveränderlichfesten Widerstandspunct stützen, das andre Ende aber gegen denkurzen Arm eines leicht beweglichen Hebels drücken, damit, indemdieser kurze Arm bei der Verlängerung des Stabes sehr wenig fort-geschoben wird, der längere Arm als Zeiger einen bedcutendernWeg durchlaufe (k'lst. 5.) Durch diese Mittel setzt man sich inStand, Ausdehnungen, die auch nur Zehntaufendtel der ganzenLange betragen, an dem sehr langen Hebel - Arme noch deutlich zuerkennen, und dies- Methode ließe nichts zu wünschen übrig, wenncs nur nicht so schwierig wäre, die völlig unveränderte, bei allenWärmegraden gleich bleibende Lage des einen Endpunktes und derUnterstützung des Hebels im strengsten Sinne zu erhalten. Indeshat man durch Befestigungen, die mit dem erwärmten Körper inmöglichst geringer Verbindung stehen und selbst wenig durch dieWarme verändert werden, den Zweck so nahe erreicht, daß dieerhaltenen Bestimmungen für sehr genau gelten können. SolchenVersuchen, vorzüglich von La Place und Lav visier, vonSmcaton, Ha llström und andern, verdanken wir die Kennt-nis, daß zwischen der Gefrierkalte und Kochhitze des Wassers sichEisen ungefähr um 129, Stahl nach seiner verschiedenen Beschaf-fenheit um k98 bis !38, Blei um 299, Glas um 80 bis 93,Platin um 98 Hundcrttausendtcl seiner ganzen Länge ausdehnt.Auch diese Ausdehnung ist nicht ganz gleichförmig, sondern einThermometer von Eisen, dessen bis 199 Gr. Eent. richtige Grademan gleichmäßig fortführte, würde schon 373" da zeigen, wo eigenst.399 stehen sollte; beim Kupfer würden 329 Gr., beim Platin312 Gr., beim Glase 353 Gr. jenen 399 Gr. wahrer Wärmeentsprechen. Platin und Glas dehnen sich bei niedrigen Tempera-turen gleich aus, bei höhern aber ist die Ausdehnung des Glasesstarker, wie Dulong und Petit zeigen.
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