Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
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einen Ton, der zunächst durch die Länge und Beschaffenheit derZunge bestimmt wird. Indem aber diese Zunge am Ansange einereingeschossenen Luftsäule, am einen Ende der Orgelpfeife, sich be-findet, erthcilt sie der ganzen Luftsäule die Schwingungen, welchesie selbst annimmt, und der dadurch ungemein verstärkte Ton istcs, den wir durch diese Pfeifen vernehmen.

Daß hier nicht eine jede Länge der Orgelpfeife gleich gut geeig-net sein werde, den Ton einer bestimmten Zunge zu unterstützen,sondern daß diejenige Lange sich am besten dazu schicke, die schonselbst dem Tone angemessen ist, welchen die Zunge hcrvocbringcnsoll, laßt sich wohl übersehen; genauere Versuche zeigen aber auch,daß gegenseitig die Lange der in Zitterung zu setzenden Luftsäule eben-sogut auf die Vibrationen der Zunge cinwirkt, wie diese auf jene.Ein Versuch von Biot, den er anstcllte, um die verschiedenen Töneoffener Röhren hcrvorzubringcn, zeigt dieses schon. Er brachtenämlich durch den Seiten - Einschnitt der Orgelpfeife ein dünnesBlech, allmahlig weiter und weiter vorgeschoben, in die Röhre,und bewirkte dadurch, während das Anblasen ganz gleich fortgesetztwurde, daß der Grundton in die verschiedenen höhcrn Töne hinübersprang, wobei, wenn die kleine Blcchplatte allmahlig weiter hinein-gcschoben ward, nicht ein durch fortgehende Aenderung des Tonesschreitender Uebergang zudem neuen Tone statt fand, sondern eingänzliches Unterbrechen des Töncns cintrat, bis die Stellung desBleches die richtige für den neuen Ton war. Offenbar wirkte hierdas Blech, wie eine vibrircnde Zunge, und nur dann, wenn sicsich mit einer der natürlichen Vibrationen der Luftsäule in eine Ue-bcreinsiimmung setzen konnte, ging ein Ton hervor. Genauer hatdiesen Zusammenhang zwischen den Tönen des Zungcnrohres undder Länge der Luftsäule der jüngere Weber untersucht, der unterandern Versuchen folgenden anstcllte. Ein Zungen-Instrument,wo nämlich die kleine durch die Zunge abwechselnd geöffnete und ge-schloffene Röhre noch nicht mit einer längen: Pfeife versehen war,gab den Ton g, welcher als durch die abwechselnden Unterbrechun-gen des hervordringenden Luftstromes bestimmt anzusehcn ist.Wurde nun dieses Instrument mit längeren und längeren Röhren,so wie cs bei den Orgelpfeifen geschieht, verbunden, so ging beider immer größer:: Verlängerung der Ton durch alle Zwischentöne