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den Rand mit dem Violinbogen streicht/ so sieht man gewöhnlichan vier Stellen das Wasser ausspritzen, an den Stellen dagegen,die 45 o und 13Z0 von dem gestrichnen Puncte ab liegen, ist csruhig; an den vier Stellen, wo das Wasser ruhig bleibt, kann manden Finger an das Glas legen, ohne das Klingen zu hindern. Haltman an andern schicklich gewählten Stellen des Randes den Finger,so kann man die Anzahl jener ruhenden Stellen oder Schwingungs-knoten auf 6 oder 8 bringen. Offenbar besteht also das durch denViolinbogen hcrvorgebrachte Tönen darin, daß das kreisförmigeGesäß sich in abwechselnde Formen wie ad ecket, zllilelin(k'i^. I Vll.) biegt, und wenn diese Ausweichungen zu stark werden,so zerbricht das Gefäß, welches man wirklich durch zu stark hcrvor-gcruscne Töne bewirken kann.
Alle hier erzählte Versuche lassen sich auf die mannigfaltigsteWeise abandecn, und bieten reichen Stoff zu angenehmer Unterhal-tung dar. Auf eine andre Art, Klangsiguren hcrvorzubringen,komme ich in der Folge noch zurück.
Drei und zwanzigste Vorlesung.
Fortpflanzung des Schalles durch die Luft.
Zu ebenso merkwürdigen Untersuchungen, als die sind, welchedie Erregung der Töne durch feste Körper uns darbot, führt auchdie Betrachtung der Fortpflanzung des Schalles in der Luft; undselbst eine ohne Rechnung durchgeführte Untersuchung lehrt unsnicht bloß über die Bestimmung der Geschwindigkeit des Schalles,über das Echo u. s. w. richtige Begriffe fassen, sondern giebt unsauch die Erklärung für die Höhe und Tiefe der Töne, die bloß durchLustwellcn in den Orgelpfeifen hcrvorgehen.
Daß der Schall eine Zeit gebraucht, um sich in der Luft fort-zupflanzen, das wird uns zwar bei den Lauten oder Tönen, die inunsrer Nähe erregt werden, nicht deutlich, indem ein, wenige Fußevon unferm Ohre entstandener Schall in unmerklich kurzer Zeit zuuns gelangt; aber wenn wir in einer Entfernung auch nur von