dcm Daumen und zieht die Röhre heraus/ so bleibt das Wasser inihr hängen und fließt weil die untere Oeffnung enge ist, auch dannnicht aus, wenn man das.'ganze Instrument aus dcm Wasser her-vochebt; erst wenn man die obere Oeffnung sr/i macht, also dcmDrucke der Lust den freien Zutritt auf die obere Fläche gestattet,fangt das Wasser an, auszufließen. Ganz ebenso ist cs mit derKunst, das Wasser im Siebe zu tragen, wo nämlich (k>§- 125.)der untere Boden mit vielen feinen Löchern durchbohrt ist, durchwelche das Wasser nicht ausfließt, so lange man die obere Oeffnung6 mit dem Finger verschlossen hält. Selbst in einem etwas wei-tern Glase kann man das Wasser durch den Druck der Luft erhal-ten, wenn man die Oeffnung vor dcm Umkchren des Glases mireinem Blatte Papier bedeckt; dieses hindert nämlich, daß nicht, wiees sonst so leicht geschieht, Wellen auf der untern Wasserfläche ent-stehen; denn wo diese entstehen, wo auch nur in geringem Maaßedie etwas tiefer hcrabdringcnde, dadurch also in diesem Punctc einengroßem Druck ausübende Wassccmasse mehr niederwärts drückt,als in den benachbarten Puncten, da fängt gewiß das Wasser anauszuflicßcn, während dicht daneben, in den weniger Druck leidendenPuncten, die Luft hinauf steigt. Bei sehr engen Oeffnungen findetein solches Ausweichen der Luft und des Wassers neben einandernicht statt, und deshalb können wir oft aus einem Glase mit engemHalse keinen Tropfen Wasser herausbringen, wenn wir es auchso halten, daß die Oeffnung zu unterst ist.
Dieses Zurückhalten der Flüssigkeit in einer unten offenenengen Röhre, kann zu einem bequemen Mittel dienen, um ohneVerlust bei sehr genauen Abwägungen grade die Quantität in einGefäß zu bringen, welche man verlangt. Steht zum Beispiel daszu füllende Gefäß auf der Waageschalc und der geringe Ausschlagder Waage zeigt, daß nur noch eine sehr geringe Quantität hinzuzu-thun ist, so taucht man eine enge Röhre in den noch übrigen Vor-rath der Flüssigkeit, füllt sic, wie den Stcchhcbcr, und läßt durchein sehr kurzes Ocffnen des obern Endes nur grade soviel von derFlüssigkeit, als man bedarf, in das auf der Waage stehende Gefäßtröpfeln; oder ist ein wenig zu viel eingcfüllt, so hebt man auf ebendie Weise wenige Tropfen daraus weg.