Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
178
Einzelbild herunterladen
 

178

Bewegung der Wellen-

Die Wellenbewegung gehört endlich auch noch hieher, undwenn sic sich gleich nicht so unnuttelbar, wie man cs wohl zuwei-len angenommen hat, mit den Oscillationen in Röhren vergleichenlaßt, so erhält sie doch von dieser manche Ausklärung. Daß bei ihrnicht, wie das scheinbare Fortrücken der Wellenköpfc es anzuzeigenscheint, ein lebhaftes Fortströmen statt findet, davon überzeugt unsder Augenschein, wenn wir darauf achten, wie ein auf den Wellenschwimmendes Stückchen Holz zwar schwankend gehoben wird, undsich wieder senkt, aber nicht erheblich mit den Wellen fortgcführtwird; und hieran zeigt sich also, daß jedes Wafsertheilchen nureine oscillirende Bewegung hat. Daß diese indeß nicht in einemHinaus- und Hinabgchen besteht, wie in den verbundenen Rohren,das haben theils Beobachtungen, theils theoretische Betrachtungengezeigt. Die Beobachtung läßt sich schon an den Wellen, wie wirsie, vom Winde erregt und unterhalten, so oft wahrnehmen, an-stellen; aber noch genauer haben die schönen Versuche von E. undW. Weber die Bewegung der einzelnen Wafsertheilchen an derOberfläche des Wassers und in der Tiefe kennen gelehrt. Sicbedienten sich zu ihren Versuchen einer ziemlich langen Rinne, inwelcher Wellen erregt wurden, und da die Rinne schmal genugwar, um auf das, was nach der Qucrrichtung statt fand, nichtRücksicht zu nehmen; so liefen die'Wellen in ihr bloß der Längenach fort. Damit man aber überall, wo man wollte, die Be-'wegung der Wasscrthcilchen sehen könne, bestanden die verticalenSeitenwände der Rinne aus Glas, und man richtete, quer durchdie Rinne durchsetzend, das mit einem Microscope bewaffnete Augeauf irgend ein kleines im Wasser schwimmendes Körperchen. Sowie nun die Welle vorbei lies, sah man dieses Körperchen einenkleinen Kreis beschreiben, wenn es sich an der Oberfläche befand,man sah, wie cs eine nach vertikaler Richtung weniger als in dieBreite ausgedehnte Ellipse durchlief, wenn es in einiger Tiefeunter der Oberfläche lag, und daß endlich nahe am Boden dieseBewegung in ein bloßes Vorwärts- und Rückwartsgehcn überging.Diese kreisförmige Bewegung jedes einzelnen Theilchens erklärtdas Fortlaufen der Wellen auf der Oberfläche. Da nämlich die